17.01.23

NL Wissenswertes Long Covid

Long Covid – die Langzeitfolgen einer Corona Infektion

Als Long Covid bzw. Post Covid gelten laut Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Instituten Krankheitserscheinungen, die noch zwölf Wochen und länger nach einer Infektion mit dem Sars-CoV-2 Erreger und seinen Mutanten bestehen und fortdauern. Die Anzahl der Betroffenen liegt international bei 10 bis 20 Prozent.

Welche Long-Covid-Symptome gibt es?
Zu den häufigsten fortwährenden und/oder wiederkehrenden Langzeitfolgen nach einer überstandenen Corona-Erkrankungen zählen v.a. Atemwegsbeschwerden, Brustschmerzen, Geruchs- und Geschmacksverlust. Viele Betroffene klagen auch über ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit (Fatigue-Syndrom), die die Bewältigung des Alltags stark einschränken bzw. sogar unmöglich machen. Es können nahezu alle Organsysteme betroffen sein.

Auslöser für Long-Covid-Symptome
Die Wissenschaftler rund um den Globus forschen im Moment an den Ursachen, um herauszufinden, was letztendlich die Auslöser für die Long-Covid-Erkrankungen sein könnten. Dabei werden unterschiedliche Hypothesen diskutiert, die einzeln oder in Verbindung miteinander auftreten können. So konnten Wissenschaftler nachweisen, dass sich die Form und Elastizität der roten Blutkörperchen bei einigen Long-Covid-Erkrankten verändert haben. Dies hat zur Folge, dass nicht mehr alle Zellen ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, da die roten Blutkörperchen nicht in gewohnter Weise Barrieren überwinden können. Da jedoch die roten Blutkörperchen in regelmäßigen Abständen (nach ca. 120 Tagen) im Knochenmark neu gebildet werden, ist davon auszugehen, dass die veränderten Blutkörperchen nur eine begleitende Ursache für die Long-Covid-Symptome sind.
Als eine weitere Hypothese für Long-Covid-Erkrankungen wird vermutet, dass das Coronavirus chronische Entzündungen bis hin zu Autoimmunerkrankungen auslöst. Es scheint so, dass der Körper durch die Corona-Infektion derart geschwächt ist, dass er nicht mehr in der Lage ist, den Erreger restlos zu beseitigen. Wissenschaftler konnten Virusbestandteile im Blut und Darm nachweisen, die vermutlich weiterhin ständig das Immunsystem stimulieren, welches als Reaktion darauf permanent entzündungsfördernde Botenstoffe ausschüttet, die die verschiedenen Beschwerden mit verursachen.
Des Weiteren liegt die Vermutung nahe, dass das Coronavirus Zellschäden verursacht, und vor allem die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, zerstört bzw. deren Funktion stark beeinträchtigt.

Mitochondrien, die Energieproduzenten des Körpers
Alle menschlichen Zellen, mit Ausnahme der roten Blutkörperchen enthalten Mitochondrien. Die Mitochondrien haben verschiedenste Funktionen. So sind sie in erster Linie dafür verantwortlich, dass der Körper über ausreichend Energie verfügt, indem sie Kohlenhydrate und Fette verbrennen. Je nach Art der Zelle (Herz-, Muskel-, Leber-, Magenzellen oder dergleichen) können 1.000 bis 2.000 Mitochondrien vorhanden sein. Sind jedoch mehr als 50% geschädigt, kann die Zelle nicht mehr ausreichend Energie liefern zur Aufrechterhaltung der notwendigen Körperfunktionen. Dies kann somit auch eine Erklärung für die permanente Müdigkeit, Erschöpfung und Abgeschlagenheit sein, womit viele Long-Covid-Erkrankte zu kämpfen haben.

Wie die Ernährung bei Long Covid unterstützen kann
Bei Long Covid spielt aus ernährungstherapeutischer Sicht vor allem eine antientzündliche Ernährung eine wesentliche Rolle, damit schleichende Entzündungen (silent inflammation) im Körper gezielt angegangen werden können. Den besten Entzündungsschutz bietet eine überwiegend basische Ernährung. Sie enthält einen erheblichen Anteil an Gemüse, KräuternHülsenfrüchten, Nüssen und Obst. Diese Lebensmittel sind reich an sekundären Pflanzenstoffen und antioxidativen Vitalstoffen, wie Vitamine A, C, E und B-Vitaminen. Sie liefern zudem viel Magnesium, Kupfer, Selen, Zink und Omega-3-Fettsäuren. Ebenso wichtig ist aber auch, dass Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate im richtigen Verhältnis zueinander aufgenommen werden, um zum einen das Immunsystem und die Organe ausreichend mit Nährstoffen und Energie zu versorgen und zum anderen vor allem auch die Mitochondrien zu entlasten und ihnen die Möglichkeit der Regeneration zu geben.

Kohlenhydrate – worauf kommt es an?
Wir wissen alle, dass Kohlenhydrate die Energielieferanten des Körpers sind. Daher scheint es doch eine logische Konsequenz bei Antriebslosigkeit und Müdigkeit zu sein, verstärkt Kohlenhydrate zu verzehren, um dem Körper reichlich Treibstoff zur Verfügung zu stellen. Doch genau dies ist im Zusammenhang mit Long Covid nicht die Lösung, da für die Menge an Kohlenhydraten, die aufgenommen werden, den Zellen nicht genügend funktionstüchtige Mitochondrien zur Verfügung stehen, d.h. nur ein Bruchteil der Kohlenhydrate kann tatsächlich in Energie umgewandelt werden und das Zuviel an Kohlenhydraten wird in Fett umgebaut und in den Fettdepots gespeichert, die nicht nur als Energiespeicher fungieren, sondern sehr stoffwechselaktiv sind und das restliche Körpergeschehen stark beeinflussen können.

Wenn die Fettzellen wachsen
Grundsätzlich ist wohl niemand erfreut über eine übermäßige Gewichtszunahme – ganz egal, an welcher Stelle sich das Körperfett festsetzt. Das Fettgewebe am Bauch stellt jedoch sogar ein großes Gesundheitsrisiko dar, da Hormone und verschiedene andere Stoffe Entzündungen im Körper entstehen lassen oder bereits bestehende Entzündungen, wie sie u.a. bei Long Covid vorhanden sind, ordentlich anheizen können.
Obwohl es sich längst herumgesprochen hat, dass Fett per se nicht der Gesundheit schadet bzw. nicht allein für die Fettpölsterchen verantwortlich ist, kursiert nach wie vor der Irrtum, man lebe gesünder oder ernähre sich besser, wenn man bevorzugt auf „light-Produkte“ ausweicht. Tatsächlich ist es aber so, dass Nahrungsfett einfach und mehrfach ungesättigte sowie essenzielle Fettsäuren liefert, wie z.B. Omega-3-Fettsäuren, die der Körper z.T. selbst nicht herstellen kann, die aber lebenswichtig sind für viele Stoffwechselabläufe und eine große Rolle im Kampf gegen stille Entzündungen spielen. Daher sollte man nicht auf Fett verzichten, sondern bewusst Lebensmittel mit natürlichem Fettgehalt bevorzugen und hochwertige Öle in der Ernährung verwenden.

Eiweiß für ein starkes Immunsystem
1,5 Kilogramm Eiweiß halten uns gesund – das ist nämlich in etwa die Menge, die unser Immunsystem benötigt. Unsere Immunzellen und andere Abwehrstoffe bestehen größtenteils aus Aminosäuren. Bestimmte Aminosäuren dienen außerdem als „Brennstoff“, d.h. während die Organzellen Kohlenhydrate zur Energiegewinnung nutzen, brauchen die Immunzellen dafür verzweigte Aminosäuren. Bei einer Infektion steigt der Eiweißbedarf, denn die Immunzellen müssen sich innerhalb kürzester Zeit sehr schnell teilen, vermehren und Antikörper bilden. Oft bedient sich unser Körper dann an dem Muskeleiweiß, da nicht genügend über die Nahrung geliefert wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits bei einer einwöchigen Grippe die Hälfte des Eiweißanteils, das das Immunsystem benötigt, abgebaut wird. Daher kann man davon ausgehen, dass es sich bei einer Corona-Infektion ähnlich verhält, mit der Folge, dass im Laufe der Zeit verstärkt Muskelmasse abgebaut wird, die es schnellstmöglich mit Zufuhr von hochwertigem Eiweiß wieder aufzubauen gilt.

Fazit:
Verletzen wir uns äußerlich, wie z.B. nach einem Schnitt im Finger oder einer Prellung, dann unterstützen wir den Körper ganz selbstverständlich mit Salbe und Verband, um möglichst schnell die Funktionsfähigkeit wiederherzustellen. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, dem Körper alle Nährstoffe und Vitalstoffe über die Nahrung anzubieten, ihn optimal zu „pflegen“, damit Zellen, Gewebe und Organe ausreichend versorgt werden. Doch oftmals fehlt das nötige Wissen, was der Körper wann konkret benötigt. Mit allgemeinen Ernährungsempfehlungen und -regeln, wie z.B. auf das Gewicht zu achten, weniger Fett und Süßes zu essen, ist es meist noch nicht getan. Eine Unterstützung für jeden Long-Covid-Erkrankten kann das LCR-Programm (Long-Covid-Rehabilitations-Programm) bieten – ein Ernährungsprogramm, das gezielt darauf abgestimmt ist, die Mitochondrien zu regenerieren und das Immunsystem zu stärken. Hier wird ein Ernährungsplan erstellt auf Basis individueller Blutwerte unter Berücksichtigung der jeweiligen Long-Covid-Symptome. Dabei wird gezielt auf die Verteilung der Makronährstoffe geachtet; gleichzeitig werden verstärkt Lebensmittel ausgewählt mit einem hohen Anteil an Vitalstoffen, insbesondere Magnesium, Zink, Selen, B-Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren. So kann man mit dem LCR-Programm Schritt für Schritt wieder Vitalität und Lebensenergie zurückgewinnen.

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